EM-Halbfinale Deutschland gegen die Türkei in Basel….

Autor: Marco  Kategorie: Kleinraumbüro 25.June 2008

Einstimmung zur Feier….

In Deutschland geht’s heut rund (im wahrsten Sinne des Wortes!). Getreu dem Motto:  „Das Runde gehört ins Eckige“  findet heute in unserer deutschsprachigen Steueroase Schwiiz…das EM Halbfinalspiel gegen die Türkei statt. Eigentlich ein grosses Heimspiel auf der Alm für alle Beteiligten. Die Türken sind zwar auf dem Papier kein Mitglied des erlauchten EU-Kreises …jedoch sind sie gern gesehener Gast auf dem grünen Rasen. Deshalb sind sie immer wieder eingeladen, um ein wenig für Stimmung und Punkte bei den Turnieren zu sorgen). Sie werden sämtliche Kebab-Bäcker und Autoschrauber mobilisieren und zur Verstärkung der Heimelf in Basel einreiten lassen.

Die deutsche Mannschaft, ist zwar Mitglied des erlauchten EU-Kreises, ist aber auf dem Rasen nicht ganz so gern gesehen (passiert ja doch ab und an mal, dass wir den doofen Pokal gewinnen, obwohl die Anderen doch viel schöner gespielt haben). Die Deutschen werden natürlich auch alle Bratwurstdreher und Bierzeltbesitzer mobilisieren und zu Klara auf die grüne Wiese schicken. Dort werden sie sich dann ein wenig „typisch deutsch“ daneben benehmen, um die öffentliche Wahrnehmung in den restlichen EU-Staaten nicht zu gefährden. Das Bild der „ Gröler und Alkoholiker“  lässt sich nun mal viel leichter verkaufen als das Bild der „Nation der Dichter und Denker“. Leider passen nicht alle hier lebenden Alkoholiker in das kleine verträumte Steuerparadies und so haben wir uns kurzerhand entschlossen, lautstark von unserem Büro aus, in einer etwas abgespeckten Version des „puplic viewing“ -nämlich dem „private viewing“  (mit Videobeamer und PC Lautsprechern), unsere Mannschaft zum Sieg zu schreien.

Außerdem ist es hier viel einfacher angefangene Chipspackungen und Pizzastücken auf etwaige Fehlbesetzungen unseres Bundestrainers  zu schmeißen. Allen Zweiflern da draußen, sei versichert, es kann heute Abend nur ein Ergebnis geben und das lautet:  Sieg! Warum? An dieser Stelle sei noch mal auf das letzte internationale Großturnier in dem zum damaligen Zeitpunkt noch dünnbesiedelten „Noch-nicht- Steuerparadies mit Bergen“ erinnert. Dort hatten wir in der Vorrunde gleich zweimal das Vergnügen auf unsere türkischen  Landsleute zu treffen (das zweite Spiel fand statt, um den Gruppenzweiten zu ermitteln…ja damals gab es die Zufallskomponente Elfmeterschießen noch nicht). Das Ergebnis sollte jedem

noch in Erinnerung sein: Wir haben den Ungarn einfach ihren sichergeglaubten „WM  Pokal “ weggeschnappt!!! Und wir wurden WELTMEISTER `54 !!!!
Hier noch mal ein paar statistische Eckdaten:

Deutschland - Türkei 4 - 1 (1 - 1)
17.06.1954 um 18.00 Uhr in Bern im “Wankdorfstadion” vor 24.458 Zuschauern.
Schiedsrichter: José da Costa (Portugal); Zsolt (Ungarn), Merlotti (Schweiz)
Aufstellungen:
* Deutschland: Turek, Laband, Kohlmeyer, Eckel, Posipal, Mai, Klodt, Morlock, O. Walter, F. Walter, Schäfer
* Türkei: Turgay, Ridvan, Basri, Mustafa, Cetin, Rober, Erol, Suat, Feridun, Burhan, Lefter

Deutschland - Türkei 7 - 2 (3 - 1) Entscheidungsspiel um den 2. Platz
23.06.1954 um 18.00 Uhr in Zürich im “Hardturmstadion” vor 16.484 Zuschauern.
Schiedsrichter: Raymond Vincentini (Frankreich); Faultless (Schottland), Dörflinger (Schweiz)
Aufstellungen:
* Deutschland: Turek, Laband, Bauer, Eckel, Posipal, Mai, Klodt, Morlock, O. Walter, F. Walter, Schäfer
* Türkei: Sükrü, Ridvan, Basri, Mehmet, Cetin, Rober, Erol, Mustafa, Necmetin, Soskun, Lefter

Quelle

Klar ist Sepp Herberger heute nicht mehr Bundestrainer sondern der JOGI(-bär) und wir haben auch keinen Helmut Rahn und Fritz Walter mehr - wir müssen aber auch nicht immer 7:2 gewinnen! Dafür haben wir aber Lahm (der in diesem speziellen Fall seinem Namen mal keine Ehre macht) und Micha aus Chemnitz, der das Ding sowieso alleine klar macht. So bleibt an dieser Stelle eigentlich nur noch eins zu sagen: Wir wünschen uns hier alle ein faires, schönes, kämpferisches Spiel und wünschen den Türken morgen natürlich einen angenehmen Heimflug ohne Turbulenzen.
so far…

Sport frei! Die Geschäftsleitung

PS:  Ach ja,  hätte ich fast vergessen: natürlich würden wir, wie das auch in deutschen Firmen auch nicht anders sein sollte, unsere Spätschicht verkürzen bzw. die Nachtschicht später beginnen lassen, um allen Arbeitnehmern die Möglichkeit zu geben, diesem Spektakel beizuwohnen (zu dumm nur, dass die Leute immer schon 19 Uhr Schluss haben).  Viele andere größeren und kleineren Firmen sind natürlich unserem Beispiel gefolgt und geben ihren Arbeitnehmern ein wenig Freude zurück - nur bei Ford war man der Meinung, dass die dortigen Arbeitnehmer viel lieber arbeiten als Fußball schauen und außerdem ist es doch viel lustiger, wenn bei jedem Tor das Ein oder Andere ABS- Bauteil, quer durch die halle fliegend, seinen Besitzer wechselt.

PS:  lieber Ford-Vorstand,  „Umsatz und Absatzmaximierung” sind eine tolle Sache, aber ich weiß nicht ob man unbedingt mehr Autos verkauft, nur weil sie nicht mehr bremsen ;)


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