Wikipedia vs. Knol

Autor: Kristin  Kategorie: Kuriosum 25.July 2008

Am Arbeitsplatz weiß man manchmal etwas nicht. Das ist nicht schlimm. Die Pflicht des Unwissenden besteht in dem Fall einfach nur darin, sich das nicht vorhandene Wissen irgendwie zu holen und es am richtigen Platz im Großhirn zu verankern. Ganz einfach. Und was geht da schneller, als ein Klick im Netz? Eine nicht ganz verlässliche, aber nützliche Erste-Hilfe-Quelle des Wissens (oder Un-Wissens) ist bisher das altbekannte Wikipedia. Eine Plattform, gefüllt mit mehr oder weniger gut recherchierten Beiträgen zu allem Wissen der Welt – ein Hobbylexikon, ein pseudo-professionelles Nachschlagewerk und Marketing-Mittel.

Dass Wikipedia eine feine Sache sein muss, sieht man schon allein daran, dass es kopiert wird. Und von wem? Genau. Von dem Suchmaschinengiganten mit dem Doppel-O: Google. Dieser schickt nun einen Wikipedia-Konkurrenten auf den Markt. Knol“ heißt der Google-Nachwuchs und steht für „A unit of knowledge“.

Die Plattform, die sich derzeit noch in einer Beta-Testphase befindet, soll laut dem Unternehmen zur Wissensverbreitung und als Informationsquelle im Internet dienen. Im Gegensatz zu Wikipedia, das auf die “Weisheit der Massen” setzt, rückt bei Knol aber eher der einzelne Autor in den Mittelpunkt. So sollen auf dem Portal vor allem Einzelautoren oder kleinere Gruppen von kooperierenden Autoren unter ihrem realen Namen Beiträge veröffentlichen. Google hofft, durch die Stärkung der Position der Autoren eine höhere Qualität zu erzielen. (Quelle)

Doch was genau soll denn jetzt so anders sein als beim Wikipedia-Klassiker? Wie man bestimmt schon ahnt, hat Google natürlich einen Haufen „Verbesserungen“ auf Lager, die einem den Nachschlag-Moment versüßen sollen. Gemäß der Google-Mitarbeiter ist das Kernstück also der Autor. Hinter jedem Eintrag soll der Name des Autors erscheinen. Diese Autoren sollen nicht „gegeneinander“ sondern „miteinander“ arbeiten, ihre Beiträge ergänzen und verbessern. „Moderated Collaboration“ ist das Zauberwort. Dies bedeutet, dass jeder Autor Änderungsvorschläge für Beiträge machen und der Autor diese annehmen oder ablehnen kann.

Ein weiterer Unterschied ist die Tatsache, dass Autoren mit ihren Einträgen Geld verdienen können.

Autoren können auf der Plattform Werbung von Google AdSense in ihre Einträge integrieren. “Wenn ein Verfasser sich dafür entscheidet, Werbung mit einzubinden, werden wir ihn an den dadurch erzielten Einnahmen beteiligen”, versprechen die Google-Mitarbeiter. (Quelle)

Nun gut. Mag man davon halten was man will. Jedoch erscheint die Namenswahl des Google-Kindes für alle nicht-englischsprachigen Märkte etwas ungünstig. „Knol“ klingt nicht wirklich professionell, erinnert nicht an Experten oder fundiertes Wissen. Ebenso dürfte sich der Name schwer ins Deutsche übernehmen lassen. Die Beta-Version der Knol-Seite führt die Wendung „to write a knol“ für das Verfassen eines Beitrags ein. Ob wir demnächst auch sagen werden: „Ich werde mal knollen“, oder „Ich habe dazu einen Knol gelesen”? Das bleibt fraglich.

Dass sich Google diesem Markt auch bemächtigt, gibt der Redewendung „Wissen ist Macht“ nun auch eine ganz andere Bedeutung.

Im Zweifelsfall gilt aber noch immer: Wissen ist Macht. Aber nichts wissen macht nichts.

Auf einen fröhlichen Freitag und Rock´n Knol

:-)


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