Der Amazon Kindle: eine Kopie des Apple-Systems

Autor: Kristin  Kategorie: Kuriosum 12.August 2008

Lesen macht Spaß, Lesen informiert und Lesen bildet. Das ist ja bekannt. Und damit man auch überall Spaß haben, sich überall informieren und sich überall bilden kann, wird das Lesen jetzt auch mobil. Unterwegs, an der Bushaltestelle, in der Schlange beim Dönermann oder auch in der triefig-warmen U-Bahn –überall soll man mit einem winzig kleinen Gerät eBooks „konsumieren“ dürfen

Von einem Durchbruch ist die Rede, gar von einer Revolution. Schuld daran ist der Versandhändler Amazon. Dessen Chef Jeff Bezos hat die „Zukunft des Lesens“ ausgerufen und getan, was er zuvor noch nie gemacht hat: Der Online-Krämer hat in drei Jahren ein elektronisches Gerät entwickelt, einen Reader, den er unter eigener Marke vertreibt: den Amazon Kindle. (Quelle)

Das Gerät soll, laut FAZ online, viele Überraschungen bereithalten und durch technische Raffinessen überzeugen. Der Leser wird sich am Rand Notizen machen können (angeblich genau wie im richtigen Buch, doch mal ehrlich: in welchem Buch macht man sich am Rand Notizen?), das Buch wird sich merken an welcher Stelle der Lesefluss unterbrochen wurde und auf eine Hintergrundbeleuchtung wird Dank „real ink“ auch verzichtet –so kann man den Krimi auch bei Sonneneinstrahlung lesen.

Und an wem orientiert sich Amazon da fleißig? Na? Klar, wie immer: am lustigen Apfel-Steve. Denn das Geschäftsmodell des Amazon Kindle soll ähnlich laufen wie das Ipod-Apple-System. Das Gerät und der dazugehörige Inhalt kommen aus einem Hause. Kurz gesagt: wer den Kindle nutzen will und mit den Lieblingsbüchern zum Mobilschmökerer werden möchte, der muss die Wunschlektüre bei Amazon bestellen. Das ist dann natürlich auch nur auf dem Kindle lesbar.

Wie die FAZ online schreibt, muss Amazon eine tiefe Bewunderung für Apple hegen, denn selbst bei der Vermarktung guckt man sich Tipps und Tricks beim Herrn Jobs ab.

Nie werden Termine für die Präsentation neuer Kindle-Modelle genannt, was die Gemüter in der Netzwelt erhitzt. Das Versteckspiel geht so weit, dass die simple Frage nach dem Verkaufsstart in Deutschland zur Geheimsache erklärt wird - nicht anders als bei der Ankunft des iPhones hierzulande. Im Herbst soll es so weit sein, ist in der Verlagsszene zu hören. Ein großer Auftritt Amazons zur Frankfurter Buchmesse Anfang Oktober wird vermutet. (Quelle)

Schön so. Mal sehen was das Gerät bringt. Vielleicht kann man sich dann auch Bücher zum Thema Job, Karriere, Arbeitsmarkt oder Bewerbung (wie diese) unterwegs zu Gemüte führen. 395 Dollar kostet das Gerät im Moment in den USA, knapp 10,00 Dollar das heruntergeladene Buch.

Wem das zu teuer ist, der kann natürlich weiterhin das gebundene Retro - Lesewerk benutzen. Und mal ehrlich: was gibt es Schöneres, als ein frisch gedrucktes und gebundenes Buch aufzuschlagen und mit einer „Erstlesung“ einzuweihen?


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