Peking 2008: das Sponsor-Dilemma der Unternehmen

Autor: Kristin  Kategorie: Kuriosum 14.August 2008

Es ist Donnerstag. Ein guter Tag um auch mal etwas sportlich zu werden, wie ich finde. Olympia ist im Moment ja bekanntermaßen in aller Munde. Viel wird berichtet, über Sportler, Tibet, Michael Phelps und Smog.

Dass das Medaillenglück der Deutschen im Moment ein wenig vom Smog verdeckt wird, wird ausgiebig diskutiert. Unzufrieden ist man, die Presse nörgelt und die Trainer ächzen.

Doch nicht nur die Sportler umgeben sich mit einem Hauch, nein mit einem Windstoß, von Unzufriedenheit, blicken tränenerfüllt und mit Ausreden gewappnet („Es ist einfach zu warm hier“) in die Kameras und gehen in gebeugter Haltung in die Umkleiden.

Nein, allein sind sie nicht, denn auch die Wirtschaft, genauer gesagt die Sponsoren, klagen!

Sponsortätigkeiten sind gewinnbringend und können Marken in „Null-Komma-Nichts“ mit einen Startschub ins Bekanntheitsuniversum katapultieren, und das mit gefühlter Schallgeschwindigkeit.

Aus diesem Grund gierte man schon lange vor einem Ereignis wie den Olympischen Spielen auf die besten Plätze, die besten Werbeverträge, die größtmöglichen Banner, Plakate und Fahnen. Unsummen bezahlt man dafür, dass tausende Menschen bei möglichen Fernsehübertragungen das Logo des Hauptsponsors fast permanent vor Augen haben (und sich daran beim nächsten Auto-, Turnschuh- oder Computerkauf auch kräftig daran erinnern).

Nun denn. Dieses Mal ist alles anders. Die Sponsoren sind enttäuscht, denn irgendwie klappt das alles diesmal nicht so richtig und daher üben sie kräftig Kritik:

Aufgrund strenger Limitierungen und der Reglements im Olympiapark, dem Olympic Green, bemängeln sie in Anbetracht ihrer Mio.-Investitionen eine ausreichende Sichtbarkeit. Die Unternehmen hätten mehr als 150 Mio. Dollar investiert, um als offizielle Olympiasponsoren auftreten zu können, berichtet das Wall Street Journal. (Quelle)

Dies sei vor allem auf den eingeschränkten Zugang zum Olympic Green (der Hauptfläche) zurückzuführen. Den Sponsoren sei es somit nicht möglich, ihre Werbung den Kosten entsprechend zu platzieren - zu wenig Menschen finden den Weg dorthin.

Pro Tag hatten die Sponsoren rund 200.000 Besucher erwartet, während tatsächlich nur rund 20 Prozent davon erschienen sein sollen. Groß-Sponsor McDonald’s hat sich als einziges Restaurant auf dem Olympic Green positioniert. Die Fast-Food-Kette eröffnete in Peking mit dem temporären Lokal die weltweit an Ausmaß und Kapazität größte freistehende McDonald’s-Filiale mit mehr als 1.000 Sitzplätzen. Selbst zu eigentlichen Stoßzeiten sei das Restaurant jedoch alles andere als überfüllt. (Quelle)

Ein Grund dafür ist auch die Größe des „Olympic Green“. Dieser sei, laut Komitee-Sprecher Sun Weide,…na was? Genau: zu groß.

Dieser nehme verglichen mit dem Olympic Green in Athen etwa die sechsfache Größe ein bzw. übersteige die Maße des Central Parks in New York um das Dreifache. Entsprechend weit verstreut bewegen sich die Besucher. (Quelle)

Nun ja, irgendwie ist das wohl alles sehr unbefriedigend.

Fehlende Goldmedaillen, ein ständig fallender Fabian Hambüchen, ein chinesisches Mädel mit Vollplayback bei der Eröffnungsfeier, „gefaketes“ Feuerwerk und unzufriedenen Sponsoren?! Mangelnde Sichtbarkeit der Werbung ist bei dem Smog auch irgendwie kein Wunder.

Das kann ja nur besser werden!

Höher, schneller, weiter!



Ein Kommentar zu dem Thema: “Peking 2008: das Sponsor-Dilemma der Unternehmen”

  1. Moebel
    liebe kristin…du hast vergessen das einzige zu erwaehnen, was wie ein laenderspiel laeuft bei diesen olympischen spielen…die schwimmweltrekorde!…und ja liebe leute, auch wenn die jungs und maedchen in der halle ohne smog und laestige werbung, mit allen biomechanischen neuerungen und einem wunderwaschbaerbauchweg schwimmanzug durchs becken fegen…muss es da noch ein geheimniss zwischen himmel und hoelle geben, was niemand kennt bzw. kennen sollte (wie beim feuerwerk) mal sehen wann rauskommt, was niemand wissen sollte. ich fuer meinen teil wuerde gerne eine packung davon nehmen, fuer unser bewerberportal, wenn hier auf jobmixer.com dann die userzahlen genauso steigen wie die weltrekorde, kann ich schon mal anfangen mir eine smogfreie insel fuer meinen heliport und lebensabend zu suchen :)

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