Langeweile kann auch krank machen:Bore-Out!
| Autor: Kristin | Kategorie: Kuriosum | 21.August 2008 |
Burn-out, zu viel Stress und Hektik kennt man ja bereits. Ein Arbeitstag hat 12 Stunden, eine Arbeitsstunde 80 Minuten und der Berg an Arbeit türmt sich „gefühlt meterhoch“ auf. Panik, Druck und Versagensängste können zum „ausgebrannt sein“ führen.
Dass aber auch genau das Gegenteil krank machen kann, ist vielen noch nicht so bewusst. Das Leid wird auch „Bore-out“ genannt und ist im Prinzip das genaue Gegenteil vom Burn-out.
Darüber berichtet Focus online und stellt die Autoren Philippe Rothlin und Peter R. Werder vor, die sich in ihrem Buch „Diagnose Bore-out“ ausgiebig mit dem oft unterschätzten Krankheitsbild beschäftigen.
Langeweile, Unterforderung und fehlende Kompetenzen im Job sind die Ursachen. Sie machen krank, führen zu fehlender Motivation und Depressionen. Eine Woche lang, jeden Tag nur „absitzen und beschäftigt tun“ ist purer Horror und kann, laut Focus online, eine erhebliche Anstrengung sein.
Betroffen seien vor allem Menschen, die typische Büroberufe ausüben. Hier ist Aufgabe und Leistung manchmal schwerer messbar, als bei einem Handwerker“, so die Autoren. (Quelle)
Selbst die Krankenversicherungen haben dieses Thema schon auf ihrer Agenda.
Bei den Krankenversicherungen steht das Thema „Unterforderung und Langeweile am Arbeitsplatz“ bereits auf der Themenliste. Die Techniker Krankenkasse entwickelt zurzeit die Broschüre „Stress erfolgreich managen“. Dazu gehört auch das Bore-out-Phänomen. „Leider haben wir jedoch noch keine konkreten Zahlen zu Bore-out-Erkrankungen, da wir aus unserem Gesundheitsreport nur bestimmte Erkrankungsdiagnosen ersehen können, wie zum Beispiel Angst- oder Schlafstörungen“, teilt Inga Lund von der Techniker Krankenkasse mit. „Wir erfahren aber nicht, was die Ursache für die Erkrankung ist.“ (Quelle)
Und ob man selbst vom Bore-Out Syndrom betroffen ist, kann man auch testen. Der Focus liefert gleich noch den passenden Selbsttest. Klickt hier.
Nun ja. Ernst nehmen sollte man diese Krankheit schon, denn nichts ist schlimmer als unterforderte Mitarbeiter und gelangweilte Kollegen.
Was kann man als Arbeitgeber da unternehmen? Die Zeit messen, wie oft Mitarbeiter rauchen gehen, das stille Örtchen aufsuchen, „dumm in der Gegend rumschauen“, Solitär auf dem Rechner spielen, wie oft sie in der Stunde gähnen oder wie lang sie versuchen aus Langweile mit bunten Pins lustige Muster auf dem Tisch zu legen? Hilft es, sie präventiv mit 10x mehr Arbeit belasten, damit sie sich auch ja nicht langweilen?
Vielleicht liefert ja das passende Buch die richtigen Antworten. „Diagnose Bore-out“ von Phillipe Rothlin und Peter R. Werder gibt’s hier.


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