Konflikte am Arbeitsplatz machen kreativ
| Autor: Kristin | Kategorie: Kuriosum | 27.August 2008 |
Jetzt ist es raus. Streiten am Arbeitsplatz fördert die Produktivität und macht unendlich kreativ. So oder so ähnlich kann man das auf der Seite von business-wissen.de lesen.
„Wie jetzt?“ fragt man sich. Um das zu erklären fangen wir mal ganz von vorn an:
Oft ist der Mensch ein harmoniebedürftiges Wesen. Konflikte und Streitereien mag er nicht, und schon gar nicht am Arbeitsplatz. Und wann kommt es zu Konflikten? Wenn an einer Sache meist mehr Personen als nötig arbeiten. Sie sind verschieden, haben entgegengesetzte Sichtweisen und manchmal schlechte Laune. Und wer kennt es nicht:
Mitarbeiter A bespricht eine Sache mit Mitarbeiter B. Sie reden über Produkt X. Mitarbeiter C wird dazu geholt. Er hat die gleiche Meinung wie Mitarbeiter A, eine völlig andere als Mitarbeiter B. Mitarbeiter B kann sich aber nur auf die Lösung des Mitarbeiters A einigen. Mitarbeiter C holt Mitarbeiter D. Dieser findet die Lösung von Mitarbeiter A ziemlich doof und kann Mitarbeiter B sowieso nicht leiden. Daher findet er auch diese Lösung schlecht.
Wie nennt man das? Richtig: Interessenskonflikt. Alles endet in wirren Diskussionen, kompromisslosen Vorschlägen oder im „Eingeschnapptsein“. Die Stimmung ist im Keller und Produkt X ist immer noch genauso schlecht wie vorher.
Nun sollen aber Forschungsergebnisse zeigen, dass genau dieses Konflikt-Wirrwarr im Arbeitsleben ziemlich hilfreich und produktiv und sehr fruchtbar sein kann.
Laurie R. Weingart und Gergana Todorova (Tepper School of Business, Carnegie Mellon University, Pittsburgh) und Matthew A. Cronin (School of Business,George Mason University, Fairfax) haben die Effekte von Konflikten und Teamkoordination auf die Kreativität von Teams untersucht.
Ihr Fazit: umso unterschiedlicher die Vorstellungen und Sichtweisen von Teammitgliedern, desto kreativer und markttauglicher waren die Lösungen von Problemen.
Die Voraussetzung dafür war aber, dass sich die Teammitglieder über ihre unterschiedlichen Sichtweisen schon vorher bewusst waren und sich darüber bereits vorher unterhielten.
Das überraschende Ergebnis des Forscherteams: Je mehr sich die Teammitglieder über ihre Unterschiede und das Konfliktpotenzial bewusst sind, desto mehr Anstrengungen unternehmen sie, diese Voraussetzungen zu schaffen. Die Folge ist: Sie bringen die besseren Lösungen zustande. Gerade aus diesem Spannungsfeld können also neuartige Produktideen mit großem Marktpotenzial entstehen. Demgegenüber sind solche Teams nicht so produktiv, die zu Beginn meinen, es gäbe keine unterschiedlichen Ansichten und Verständnisdifferenzen. Sie beginnen vorschnell mit der Lösungsfindung und müssen dann irgendwann feststellen, dass sie nicht richtig vorankommen, weil ihnen die gemeinsame Basis fehlt. (Quelle)
Gut, und was lernen wir daraus?
Mitarbeiter können in einem gemeinsamen Meeting nach Herzenslust streiten, diskutieren, „andere Vorschläge von Anfang an schlecht finden“ und auf Stur schalten! Es funktioniert! Man muss einfach nur vorher darüber reden, seinem Gegenüber klar machen, dass man es sowieso auch anders sehen kann und seine Sichtweise nicht unbedingt die Richtige ist. Dann kommt auch ein sehr kreatives Produkt heraus.
Also: erst reden, dann streiten!

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