Absagen für die unterste Schublade

Autor: Conny  Kategorie: Kuriosum 5.October 2009

Wenn im Briefkasten der große Umschlag auf einen wartet, dann weiß der leidgeprüfte Bewerber: In den Papierwänden erwarten ihn seine Bewerbungsunterlagen, zurückgesendet, abgelehnt, und dazu ein Standardablehnungsschreiben von wegen „leider haben wir uns zwischenzeitlich für einen anderen Bewerber entschieden – aber bitte nicht persönlich nehmen, mit dir hat das gar nichts zu tun“. Bestenfalls. Aber keine Absage ist so niederschmetternd, dass man sie durch Dreistigkeit nicht noch schlimmer machen könnte.

Heute Morgen hatte ich eine E-Mail von Julia im Postfach, die während ihres momentanen Bewerbungsmarathons an wirklich unverschämte Personalabteilungen geraten ist. Sie berichtet von Absagen, die das ärgerliche Standardablehnungsschreiben noch unterbieten: Eine Mappe kam geknickt und nach Zigarettenrauch riechend zurück. Bei einer anderen fehlte ein Ablehnungsschreiben ganz – da konnte sie dem Briefumschlag nur ihre Mappe und ihr eigenes Anschreiben samt Eingangsstempel entnehmen. Nichts sonst, keine einzige „persönliche“ Zeile. Wie soll man sich denn bitte als Bewerber mit einer Absage fühlen, wenn der Personaler nicht mal ein paar Standardformeln für einen übrig hat? Der Gipfel der Unverschämtheit aber war eine Bewerbungsmappe, die beschmiert zurück kam – mit weißer Wandfarbe quer über die Vorderseite. Da entstehen im Kopf Bilder, wie mit der Bewerbung, in die man viel Zeit und Arbeit investiert hat, umgegangen wird. Wo sie landet, um nicht zu sagen „rumliegt“. Da die Sorgfalt der Absage den Umgang der jeweiligen Personalabteilung mit eingehenden Bewerbungen widerspiegelt, finde ich das ganz finster – schlimm für Julia, die sich diese Dreistigkeiten bieten lassen musste, aber auch ein Armutszeugnis für die jeweiligen Unternehmen selbst.

Dass es auch anders gehen kann – und gehen sollte – zeigte dieses Jahr schon einmal der Focus und stellte Ablehnungsschreiben vor, die für ihre Sorgfalt einen Preis verdient haben.

Und Julia kann ich nur raten: Kurz ärgern und Luft machen, dann Kopf hoch und weiter bewerben. Und bei einem Unternehmen, dass deine Bewerbung und die Mühe, die damit verbunden war, zu schätzen weiß, wirst du sicher auch lieber arbeiten wollen. Alles Gute dafür von deinem JOBMIXER.com-Team!



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